Pressestimmen zu Modest Mussorgsky: „Bilder einer Ausstellung“ 

Ein bilderreicher Klavierabend 

Konzerte, bei denen dem Publikum in kurzweiliger Moderation die aufzuführenden Werke, Komponisten und die dazugehörige Musikgeschichte näher gebracht werden, sind zu Recht beliebt. Was Karl-Friedrich Schäfer, Dozent an der Hochschule für Kirchenmusik Esslingen, in der Aula des Bönnigheimer Progymnasiums als Gesprächskonzert gestaltete, war vorbildlich, weil seine lebendige und prägnante Darstellung nicht nur rhetorisch jedem etwas zu sagen hatte. Schäfer schüttelte dazu musikalische Beispiele, Themen und vor allem die Ideen der zehn Bilder, die Mussorgsky seiner für Klavier komponierten Urfassung zugrunde legte, nur so aus dem Ärmel.

Der Zyklus „Bilder einer Ausstellung“ von Modest Mussorgsky (1839-1881) ist in vielen Versionen, instrumentiert worden. Wer die von Schäfer virtuos gespielte Urfassung mit ihren klar verständlichen Stimmungsbildern im besten Sinne miterlebt hat, wird sicher bei zukünftigen Orchesterkonzerten mit Fassungen von Ravel und anderen Komponisten davon profitieren. Mit den verschiedenen „Promenaden“ als Überleitungen rollte das bunte Kaleidoskop der leider zum größten Teil verschollenen Bildern des Freundes Viktor Hartmann, die Mussorgsky zu dem Zyklus beflügelten, von dem  Pianisten farbig und kontrastreich gespielt, vorüber.
Heilbronner Stimme


 

Aus der Sprache der Bilder in die Sprache der Töne

Wie man in Tönen malt: Das erfuhr am Samstag eine zu gleichen Teilen aus Kindern und Erwachsenen zusammengesetzte Zuhörerschaft in Gengenbachs evangelischer Kirche, wo der Stuttgarter Pianist Karl-Friedrich Schäfer Mussorgskys berühmte Klaviersuite „Bilder einer Ausstellung“ in einem kurzweilig zwischen Erläuterungen, Klangdemonstrationen und Aufführungsernstfall pendelndem Gesprächskonzert vorstellte.

Eine anregende Musikstunde wurde daraus, die die enge Verbindung von Bild und Klang in gleich zweifacher Weise deutlich machte: Hatte Mussorgsky seinerzeit sich durch (inzwischen mehrheitlich verschollenen) Skizzen und Aquarellen des Malers Viktor Hartmann zur Komposition seiner einprägsam illustrativen Klavierstücke anregen lassen, die Bildmotive quasi aus der Sprache der Malerei in jene der Musik übertragen, so waren im Gengenbacher Konzert Arbeiten der Stuttgarter Künstlerin Eva Schorr ausgestellt, die ihrerseits bildschöpferisch auf Mussorgskys Tondichtungen reagiert und Themen, Stimmungen der Musik wieder ins Darstellende zurückübersetzt.

Und das erklärende Wort als Wegweiser durch diese phantastische Welt der Bilder und Klänge tat ein übriges, dass Kunst hier auch für junge Augen und Ohren  als eine Ausdruckswelt erlebbar wurde, in die einzudringen ein durchaus spannendes, mitunter gar vergnügliches Unterfangen war.

Da poltert – mal hinkend, mal kriechend – ein Kobold in bizarren Verrenkungen über die Szene, stimmt vor der Kulisse eines alten Schlosses ein Troubadour sein trauriges Liebeslied an, hier tummelt sich in den Pariser Tuilerien eine Schar streitender Kinder, dort rumpelt geräuschvoll ein polnischer Ochsenkarren vorbei. Viele schmunzelnde Gesichter – und nicht nur bei den jungen Zuhörern -, wenn das Piepsen und Picken der „Küken in ihren Eierschalen“ anhebt, beim komischen Disput zwischen einem armen und einem reichen Juden oder beim Klatsch der französischen Marktfrauen in Limoges.

Manchem Konzert-Youngster fuhren die turbulenten Klangbilder so richtig in die Glieder. Dann wippten die Beine im Takt mit, spielten Hände und Mimik nach, was die Musik erzählt. Für Karl-Friedrich Schäfer war es gewiss kein Leichtes, die nicht selbstverständliche Aufmerksamkeit seines jungen Auditoriums zur Musik hinzulenken und sich gleich voll auf die pianistisch überaus heiklen Forderungen des Werkes zu konzentrieren. Ein Spagat, der ihm in sehr respektabler Weise gelang: Mit großem manuellen Geschick stellte er die Charakteristika der diversen Tonbilder heraus und stieß immer wieder ins pianistisch Virtuose vor. Herrlich zum Beispiel gelang der Tastenrausch zum vielstimmigen Geschrei der Marktweiber in Limoges, mutig der Hexenritt der Baba Yaga, imposant geriet das zu orchestraler Klangfülle anwachsende Kraftspiel beim „Großen Tor von Kiew“.

Eine Veranstaltung, von der alle etwas hatten – die Großen und die Kleinen.

Badische Zeitung


Bilder werden zu Klang

Welcher Künstler wünscht sich nicht, nach einem Auftritt von Autogrammjägern umringt zu werden? Pianist Karl-Friedrich Schäfer jedenfalls wurde im Anschluss an das zweite Kinderkonzert der Stubengesellschaft von jungen Fans nur so belagert und kam gerne den Wünschen nach einem Autogramm nach.

Ja, man könne auch Hip-Hop auf dem Flügel spielen , antwortete Pianist Karl-Friedrich Schäfer schmunzelnd auf die Frage eines jungen Besuchers, doch dazu war er nicht extra aus Stuttgart nach Engen ins Städtische Museum gekommen, sondern nur um beim zweiten Kinderkonzert der Stubengesellschaft Schulkinder und Erwachsene an den Klavierzyklus „Bilder einer Ausstellung“ des russischen Komponisten Modest Mussorgsky heranzuführen. Im Anschluß an seine Erläuterungen und das Anspielen einzelner Motive trug Schäfer die Suite im Ganzen vor und begeisterte durch seine plastische  und hoch virtuose Interpretation.

Da die Bilder Hartmanns zum größten Teil verloren gegangen sind, brachte Karl-Friedrich Schäfer zur besseren Veranschaulichung zehn Bilder mit, die von der Stuttgarter Malerin und Komponistin Eva Schorr 1967 gemalt wurden. Wie der Komponist die Hörer, nahm Schäfer die Kinder bei der Hand, „wanderte“ mit ihnen von Bild zu Bild und zeigte die lautmalerischen Fähigkeiten Mussorgskys durch das Anspielen der jeweiligen Motive…

HegauKurier


 

Kinderko

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